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Allgemeines zur Recherche

Sie sollten sich immer klar sein, was das Rechercheinstrument, das Sie gerade nutzen (z.B. Online-Katalog, CD-ROM-Datenbank, Internet-Suchmaschine) zu leisten vermag und nach was man überhaupt damit suchen kann. Hier einige Stichworte:

  • Mit Online-Katalogen können Sie meist nur Bücher suchen. Jeder Katalog hat Beschränkungen, je nach Fachgebiet der Bibliothek und je nach Zeitraum, der bereits digitalisiert wurde.
  • Mit CD-ROM-Datenbanken suchen Sie meist nach Zeitschriftenartikeln. Manche verzeichnen auch Aufsätze aus Sammelwerken und Monographien. Oft sind die aufgeführten Aufsätze kommentiert.
  • Mit Internet-Suchmaschinen suchen Sie nach den unterschiedlichsten Dokumenten, Listen etc. Das heißt, dass die Suche hier besonders diffus ist und deshalb die Suchfragen möglichst präzise gestellt werden sollten, um befriedigende Ergebnisse zu erhalten.
  • Mit Internet-Indices (auch thematische Listen, Kataloge etc. genannt) suchen Sie nach bestimmten Fachgebieten im Internet. Indices sind meist nicht so aktuell wie Suchmaschinen, erfassen weitaus weniger Webseiten, haben aber den Vorteil, dass man bei einer thematischen Suche ein Fachgebiet in seiner Struktur präsentiert bekommt und so
    • einen Überblick über das Fachgebiet und seine Fragestellungen bekommt
    und damit
    • Fragestellungen bei der Suche entwickelt, die man zu Anfang gar nicht hatte.
    Man sollte daher die Suche mittels eines Index nicht gering schätzen!

„Quick and dirty“ (schnell und unklar) nennen die Fachleute das Verhalten, irgendein Stichwort in eine Suchbox zu tippen und die Suche zu beginnen. Das geht immer, bringt etwas, aber nicht alles, was möglich ist! Effektiv ist dies nur in Hinsicht auf die Zeit, in der man die Anfrage formuliert; keineswegs effektiv ist es hinsichtlich der Ergebnisse. Wer denkt, dass die Technik einem alles abnimmt und irgendwelche Suchbegriffe in irgendein Menu tippt, ohne sich darum zu kümmern, welchen Suchmöglichkeiten und -einschränkungen der betreffende Katalog, die Datenbank oder die Suchmaschine bietet, der bekommt nur minderwertige Ergebnisse. Wenn man anders verfahren will, muss man sich ein wenig mit der Recherchesyntax des Katalogs/der Datenbank/der Suchmaschine beschäftigen, muss sich kundig machen, welche Reichweite die in diesen Nachweisinstrumenten enthaltenen Notationen haben und wie aktuell sie sind.

Bitte behalten Sie bei der Recherche immer das Ziel im Blick, kleine Ergebnismengen zu bekommen. Warum? Nur dann haben Sie Ergebnisse, die Ihrer eigentlichen Fragestellung entsprechen, weil Sie sich nämlich vorher eingehende Gedanken zum Thema gemacht haben und die Fragestellung korrekt eingegrenzt haben. Und nur dann bleiben Sie motiviert, weil die Ergebnisse dann in aller Regel auch aussagefähig sind. Wenn Sie „quick and dirty“ vorgehen, bekommen Sie irgendwas, verlieren aber letztendlich viel Zeit, bei einer großen Ergebnismenge den Schrott auszusortieren, und haben zudem eine große Chance, relevante Ergebnisse zu Ihrem Thema zu übersehen.

Wenn möglich, sollte man bei der Suche in Datenbanken und Internet-Suchmaschinen mit Suchstrategien zu Werke gehen, beispielsweise

  • indem man vom Allgemeinen zum Besonderen geht: Zuerst eine Anfrage mit allgemeineren Begriffen stellen, die Ergebnisse soweit sichten, bis klar wird, welche besonderen Interessen man anhand der Ergebnismenge hat und dann mit diesen besonderen Interessen wieder Suchbegriffe formulieren und dann die erste Ergebnismenge mittels einer Verknüpfung mit dem Boole'schen Operator AND einschränken, um so ein signifikanteres Ergebnis zu erreichen. Dieser Prozeß läßt sich solange wiederholen, bis aussagefähige, verarbeitbare Ergebnismengen erzielt worden sind.
  • Genauso kann man aber vom Besonderen zum Allgemeineren gehen, wenn man mit einer speziellen Anfrage zu kleine, nicht aussagefähige oder sonstwie unbefriedigende Ergebnisse bekommen hat. Man überlegt sich dann Synonyme oder übergeordnete Begriffe für die verwendeten Suchbegriffe und sucht dann mit diesen weiter.

Zu jeder seriösen Recherche gehört die systematische Berücksichtigung von Lücken von vornherein dazu, und zwar

  • bei der Fragestellung,
  • bei den Suchbegriffen,
  • bei den Quellen und
  • beim Auswerten der Ergebnisse.

Bei der Fragestellung

Gibt es noch wichtige Aspekte meines Themas, die ich noch nicht im Blick habe? Dies können sowohl Themenbereiche innerhalb eines Gesamtthemas sein als auch bestimmte „Umgebungsaspekte“, die auch wichtig sein könnten.

Bei den Suchbegriffen

Eine Suche mit mehreren Suchbegriffen, mal mit weiter, mal mit enger gefassten Begriffen ist notwendig, auch Synonyme müssen berücksichtigt werden. Wichtig ist (v.a. bei der Suche in Datenbanken) die Umsetzung in die jeweilige Retrievalsprache bzw. in das jeweilige System von Notationen, damit man nicht unwillkürlich einen Teil der Möglichkeiten bei der Recherche verschenkt, indem man zwar die richtigen Suchbegriffe hatte, sie aber bei der Durchführung der Recherche nicht richtig umgesetzt hat. Auch bei fremdsprachigen Datenbanken/Quellen ist es wichtig, mit den richtigen Begriffen zu suchen.

Bei den Quellen

Quellenkritik ist nicht nur in der Wissenschaft notwendig, sondern gerade auch bei der Recherche:

  • was wird ausgewertet?
  • wird irgendetwas ausgelassen?
  • wie aktuell ist es?
  • gibt es eine vorherrschende inhaltliche Tendenz?

Beim Auswerten der Ergebnisse

Die typische Situation, in der man anfängt, ungenau zu werden, ist diejenige, in der man zuviele Ergebnisse bekommt. Beispiel: Die riesigen Ergebnismengen der Suchmaschinen. Oft kann man zwar dank des Rankings der Ergebnisse davon ausgehen, dass die ersten 40 genannten Quellen mehr zutreffen als die 100.000 als nächste aufgefuehrten Quellen, jedoch: sicher sein kann man sich nicht! Deshalb ist es immer besser, bei einer zu grossen Treffermenge nochmal zu überlegen, was noch fehlen könnte und dann mit einer verfeinerten Suche versuchen, auch das noch zu bekommen.

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