Schöpfen Sie zuerst die lokalen Möglichkeiten zur Recherche aus
Wenn Sie in einer Universitätsstadt leben, sollten Sie unbedingt dort
in der Universitätsbibliothek (UB) – oder auch in einer
Landesbibliothek oder wissenschaftlichen Stadtbibliothek – zunächst
in den Katalogen suchen. Für eine Suche nach aktueller Literatur reicht
meist eine Recherche im elektronischen Katalog bzw. OPAC
(Online Public Access Catalogue). Meist sind diese Online-Kataloge
menügeführt, aber scheuen Sie sich bitte nicht, die fast immer angebotene
„Expertensuche“ anzuwenden, wenn dies auch etwas mehr Zeit
kostet, die entsprechenden
Hilfetexte
durchzulesen. Diese Online-Kataloge sind entweder an den Computern
in der Bibliothek selbst oder in Teilbibliotheken des Bibliothekssystems
oder auch über das Internet zu nutzen. Wenn eine umfangreichere Arbeit
vor Ihnen liegt, sollten Sie auch die Zettelkataloge (Autoren- oder
Sachkatalog) konsultieren, da die elektronischen Kataloge ohne Ausnahme
nur einen mehr oder minder aktuellen Ausschnitt, meist ab Ende der
siebziger Jahre, aus dem Bibliotheksbestand bieten.
Sie sollten zudem die Möglichkeit der Suche in Bibliographien
(vor allem: Fachbibliographien) vor Ort wahrnehmen. Meistens stehen
diese entweder im Lesesaal oder in einem gesonderten Bibliographienlesesaal
der UB. Scheuen Sie sich nicht, das Fachpersonal um Rat zu fragen!
Hier kommen zunächst die Bibliothekarinnen des Lesesaals oder
der Auskunft in Frage, es gibt aber in allen wissenschaftlichen
Bibliotheken auch so genannte Fachreferenten, die einem bei komplizierten
Suchfragen gern Auskunft geben. Zunehmend sind Bibliographien auch
als CD-ROM-Datenbanken recherchierbar. Sie sollten sich informieren,
welche dieser Datenbanken in Ihrer UB vorhanden sind.
An vielen Studienorten gibt es neben der Zentralbibliothek auch noch
Fakultäts-/Institutsbibliotheken, die ihre Bestände unabhängig
von der Zentralbibliothek pflegen. Ein Blick in deren Kataloge lohnt
sich oft. Adressen und Öffnungszeiten sind auf den Websites
der Institute oder in der UB zu finden.
Sollten Sie nicht in einer Universitätsstadt oder deren Nähe wohnen,
ist es schwieriger, an geeignete Literatur heranzukommen. In großen
Städten (mehr als 100.000 Einwohner) sind die Stadtbibliotheken
manchmal so gut ausgerüstet, dass sie nicht nur einen ausdifferenzierten
Monographienbestand im Bereich der Politikwissenschaft bieten, sondern
auch einen umfangreicheren Bestand an Nachschlagewerken und Zeitschriften.
Aber im Allgemeinen ist dieser Bereich in öffentlichen Bibliotheken nicht
sehr gut ausgebaut. Versuchen Sie es in diesem Fall mit den im folgenden
Punkt aufgeführten Suchmöglichkeiten.
Überregionale elektronische Bibliothekskataloge (OPACs)
Falls Ihre Suche im lokalen Bibliothekssystem keine befriedigenden
Ergebnisse gebracht hat, sollten Sie überregional online weitersuchen,
um die Möglichkeiten der Fernleihe und von Dokumentlieferservices
zu nutzen. Hierzu geben die elektronischen Kataloge eine gute Hilfestellung,
jedoch – wie schon oben gesagt – bieten diese stets
nur einen Ausschnitt aus dem Bestand der betreffenden Bibliotheken,
so dass es u.U. durchaus Sinn macht, eine Fernleihe aufzugeben,
die in elektronischen Katalogen nicht nachgewiesen ist.
Wenn Sie nach deutscher Literatur suchen, sind zwei Online-Kataloge
empfehlenswert:
- Der Karlsruher Virtuelle Katalog (KVK)
ist ein Meta-Katalog, mit dem Sie simultan in verschiedenen
Verbundkatalogen, Nationalbibliotheken und auch in einigen ausländischen
Bibliothekskatalogen suchen können.
- Was ist ein „Verbundkatalog“?
In der Bundesrepublik gibt es mehrere „Bibliotheksverbünde“,
die die neueren Titel der größeren Bibliotheken in ihrer Region
in einem Katalog zusammenfassen. Als Antwort auf eine Anfrage
bekommt man also eine Liste von Standortnachweisen.
Man kann den KVK auch als Linkliste zu Verbundkatalogen und den Katalogen
von Nationalbibliotheken benutzen!
Informationen zu weiteren Metakatalogen finden Sie
hier.
- Die Deutsche Bibliothek Frankfurt
bietet eine Katalogdatenbank, die so gut wie alle elektronisch
erfasste deutsche Literatur seit 1945 beinhaltet. Allerdings bietet
sie keine Standortnachweise.
Wenn Sie OPACs in anderen Ländern benutzen möchten – von der Breite
ihres Bestandes sind hier vor allem die
British Library und die
Library of Congress
zu nennen, vom politologischen Bestand her ist die
British Library of Political & Economic Science
der London School of Economics (LSE) interessant.
Sollten Sie gezielt den Online-Katalog einer bestimmten Bibliothek suchen,
so finden Sie ihn garantiert in der
Liste deutscher und internationaler Bibliotheks-OPACs
des Hochschulbibliothekszentrums (HBZ) Nordrhein-Westfalen [TODO: Link stimmt nicht, Liste ist in einem Frameset!].
Buchinhalte und Referenzen
Zunehmend gibt es Dienste, welche – wenigstens in Teilen,
wie z.B. Inhaltsverzeichnis, Vorwort und Register – den Inhalt
von Büchern anzeigen (wie z.B. Dandelon und Amazon A9) oder Verweise
von Texten auf Werke oder Autoren anzeigen (wie z.B. Google Scholar).
- Dandelon
ermöglicht die Suche in Inhaltsverzeichnissen etc. von Büchern.
- Mit dem A9-accont
und der Toolbar
von Amazon kann man im Inhalt englischsprachiger Bücher
(„Search inside the book“) suchen, Lesezeichen setzen u.a.
Man kann auch den Verlauf auf dem A9-Server speichern und
später/von woanders abrufen.
- Google Scholar
erschließt Quellenangaben und den Inhalt von Büchern und Aufsätzen.
Gibt man beispielsweise den Namen eines Autors oder eine Textstelle
ein, so werden Bücher von ihm oder Textstellen angezeigt
(und gleichzeitig gekennzeichnet, welcher Typ es ist) und
die Veröffentlichungen angezeigt, welche darauf verlinken bzw.
ihn/sie erwähnen. Oftmals sind das kostenpflichtige Dokumente,
gleichwohl kann man mit den Angaben arbeiten und oft werden
Abstracts angezeigt.
Rezensionsdienste
Wenn Sie Bücher nicht zum Leihen aus Bibliotheken, sondern zum Kaufen
aus Läden suchen, sind Sie meist arm dran. Nicht nur die Politologie,
sondern die Sozialwissenschaften insgesamt spielen bei den Buchhändlern
in aller Regel eine äußerst untergeordnete Rolle!
Geht bei der Online-Suche mehr? – Die Kataloge von
Online-Buchhändlern bieten zwar stets die Option, nach Stich- und
Schlagworten auch politikwissenschaftliche Literatur zu recherchieren,
jedoch bleibt dies meist unbefriedigend. Eine Hilfe können Besprechungen
in Newslettern sein. Auch in
Zeitungen
findet man oft Rezensionen, leider stört bei der Suche nach solchen
die Praxis, Archive nur kostenpflichtig zugänglich zu machen.
- politik-buch.de
ist ein Rezensionsdienst politischer und z.T. auch
politikwissenschaftlicher Bücher, bei dem z.T. prominente Gäste
(Politiker, Wissenschaftler) rezensieren.
- In „Informationsmittel
(IFB):
digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft“
finden Sie auch Besprechungen politikwissenschaftlicher Referenzwerke.
- Das Bibliotheksservicezentrum Baden-Württemberg bietet außerdem
einen guten Überblick über weitere im Netz verfügbare
Rezensionen.
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