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Der Nachweis fachlich relevanter Internetquellen in einem
Fachinformationsführer
ist sehr zeitaufwändig. Fachinformationsführer übernehmen u.a. die
Aufgabe der traditionellen Informationsvermittler etwa der
wissenschaftlichen Verlage, nämlich Informationsquellen zu selektieren,
zu bewerten und zu katalogisieren. Im Unterschied zum wissenschaftlichen
Verlagswesen ist dieser Prozess keineswegs institutionalisiert und
erfordert detailliertes Fachwissen über alle aktuellen Forschungsgebiete.
Von einigen wenigen Bibliotheken allein kann diese Aufgabe nicht geleistet
werden, sondern nur in Kooperation mit den Forschungseinrichtungen.
Denn das Wissen über fachlich relevante Quellen ist weit gestreut und
liegt vor allem bei den WissenschaftlerInnen selbst, die sich täglich
googelnd durch das World Wide Web bewegen, um für ihr Themengebiet
interessante Quellen zu identifizieren. Die größte Herausforderung
des Projekts besteht darin, technische, organisatorische und
inhaltliche Strukturen zu schaffen, die das implizite Wissen der
WissenschaftlerInnen öffentlich zugänglich macht.
Die SUB Hamburg hat von Beginn an die Idee der fachübergreifenden
Erschließung von Internetquellen („Metadata Sharing“)
verfolgt, da die Segmente relevanter Internetquellen in fachlich
benachbarten Disziplinen nachweislich einen hohen Überschneidungsgrad
(ca. 30%) aufweisen, insbesondere im Bereich institutioneller Quellen.
Um Mehrarbeit durch aufwändige Doppelerschließung in unterschiedlichen
Systemen zu vermeiden, hat die SUB Hamburg gemeinsam mit der Universitäts-
und Stadtbibliothek Köln
(USB Köln)
und der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften
(ZBW Kiel)
den Verbund
Academic LinkShare
gegründet mit dem Ziel, im Bereich der Wirtschafts-, Rechts-,
Sozial- und Regionalwissenschaften einen umfangreichen Datenpool
intellektuell ausgewählter Internetressourcen aufzubauen.
2004 ist diesem Verbund die
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
hinzugetreten.
Die Verbundpartner betreiben die Virtuellen Fachbibliotheken
EconBiz
(Wirtschaftswissenschaft), die
ViFa Recht
und ViFaPol. Die inhaltliche, technische und organisatorische
Entwicklung der ViFas liegt ausschließlich in der Verantwortung der
jeweiligen Projektträger. Gleichwohl streben alle Verbundpartner
beim Aufbau ihrer Fachinformationsführer die Entwicklung gemeinsamer
Module bzw. eines gemeinsamen Präsentationssystems, des so genannten
ViFaBaukastens an, um Synergieeffekte nutzen zu können. Der ViFaBaukasten
soll in naher Zukunft künftigen Verbund- bzw. Kooperationspartnern
die Möglichkeit bieten, mit vergleichsweise geringem Aufwand die
Datenbankinhalte aus dem LinkShare System in die eigene Webumgebung
einbinden und mit einer eigenen Fachklassifikation präsentieren zu
können.
Für den Auf- und Ausbau des
Netzwerkes von Kooperationspartnern
sind ebenfalls ausschließlich die jeweiligen Verbundpartner für
ihre ViFa verantwortlich – mithin die schwierigste Aufgabe
des Projekts.
Nach dem Auslaufen der Projektförderphase haben sich die Verbundpartner
vertraglich zum dauerhaften Betrieb und zur Weiterentwicklung der
technischen Infrastruktur verpflichtet und dafür ausreichend
Mittel bereitgestellt.
Zu den wichtigsten Aufgaben des Verbundes gehören neben der
Entwicklung des
Erfassungssystems LinkShare System,
in dem aktuell 108687
Quellen aus den Fachgebieten Politik, Wirtschaft und Recht verzeichnet
sind, folgende Aufgaben:
Entwicklung eines Metadatenmodells
Grundlage der Datenerfasung ist ein Metadatenmodell, das auf dem
Dublin Core Metadata Element Set
und den Empfehlungen zu einem
VLib Application Profile [PDF, 82 KB]
der Arbeitsgruppe META-LIB basiert. Aufbauend auf diesen
Empfehlungen entwickelten die Verbundpartner einen Metadatensatz
aus 24 Elementen, von denen 15 dem Dublin Core Set entsprechend
der Beschreibung von Internetquellen dienen, während die übrigen
9 administrative Metadaten abbilden.
Entwicklung eines Regelwerks zur Erschließung von Internetquellen
Für die einheitliche Erschließung der Quellen ist die Verständigung
auf verbindliche Regeln unabdingbar. Gemeinsam haben wir ein
überschaubares Regelwerk erarbeitet, das auch ohne bibliothekarische
Vorkenntnisse leicht zu erlernen ist. Anschaulich dokumentiert sind
diese Regeln in unserem Handbuch, in dem enthalten sind: die
Sammelprofile der beteiligten ViFas, eine ausführliche Beschreibung
der Qualitätskriterien, die Katalogisierungsrichtlinien, eine Einführung
in das Erfassungssystem sowie eine Darstellung des Erschließungsworkflows.
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