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Mit der Entwicklung der „Virtuellen Fachbibliothek
Politikwissenschaft – ViFaPol“ gehört die SUB Hamburg zu den
ViFa-Pionieren. Projektstart war im Sommer 2000. Die Herausforderungen
für das Projektteam
lagen und liegen insbesondere in der Entwicklung eines an den Bedürfnissen
der Nutzer orientierten Portalkonzepts, das den Nutzern einen möglichst
medienbruchfreien Zugang zu allen fachlich relevanten Internetquellen,
Zeitschriften und Aufsätzen, Fach- und Faktendatenbanken sowie zu den
klassischen Printmedien bietet. Darüber hinaus gilt es ein technisches,
organisatorisches und inhaltliches Konzept für die Erschließung von
Internetquellen zu entwickeln und umzusetzen, das die kontinuierliche
fachliche und bibliothekarische Betreuung des Fachinformationsführers
auch nach dem Auslaufen der Projektförderphase sicherstellt. Begleitet
wurden die Entwicklungen von unserem
wissenschaftlichen Fachbeirat,
der insbesondere an der Erarbeitung der Fachklassifikationen für die
Präsentation der Internetquellen beteiligt war. Im Folgenden die einzelnen
Teilprojekte in der Übersicht:
Kernmodul von ViFaPol ist der Fachinformationsführer, der anfangs
zunächst nur als Nachweisinstrument fachlich relevanter Internetquellen
konzipiert und umgesetzt wurde. Inzwischen haben wir den
Fachinformationsführer zum zentralen Recherchetool ausgebaut,
in das die Angebote
externer Contentlieferanten
eingebunden sind, um unseren Nutzern einen integrierten systematischen
Sucheinstieg in die Recherche nach und in Internetquellen, Zeitschriften
und Datenbanken sowie in naher Zukunft auch nach elektronischen Volltexten,
Monographien oder Sammelwerken zu ermöglichen.
Federführend mitgewirkt haben wir an dem Auf- und Ausbau der
Aufsatzdatenbank „Online Contents SSG 'Politik. Friedensforschung'
(OLC SSG)“, über die inzwischen in mehr als
800 politikwissenschaftlich relevanten Zeitschriften
nach mehr als 550.000 Aufsatztiteln recherchiert und in vielen Fällen mit
zwei Klicks auf den Volltext zugegriffen werden kann.
Ein zentrales Anliegen bestand in der Entwicklung eines E-Learning
Angebots zur Vermittlung sozialwissenschaftlicher Recherchestrategien.
In den kommenden Monaten werden wir den Aufbau unseres
Publikationsservers realisieren, der unseren Kooperationspartnern die
Möglichkeit bietet, ihre wissenschaftlichen Arbeiten selbständig zu
publizieren und zu archivieren.
Der Nachweis von Internetquellen ist ein zeitaufwändiger Prozess,
der nur gemeinsam von vielen Kooperationspartnern gemeistert werden
kann. Die größte Herausforderung des Projekts liegt insofern im Aufbau
eines engagierten Netzwerks von Kooperationspartnern, die – auch
über die Projektlaufzeit hinaus – bereit sind, Zeit für die
Erschließung und Pflege der in den Fachinformationsführer eingebrachten
Quellen zu investieren. Zu den zentralen Faktoren, die die Entscheidung
für oder wider eine Kooperationspartnerschaft beeinflussen, gehören
unter anderem:
- nachhaltige Projektstrukturen
- geringe zusätzliche Arbeitsbelastung
- in Mehrwert für die Institution und deren Mitarbeiter
- Imagegewinn
Die SUB Hamburg hat von Beginn an die Idee der fachübergreifenden
Erschließung von Internetquellen verfolgt, dem so genannten Metadata
Sharing, um durch die kooperative Erschließung den Aufwand so gering
wie möglich zu halten. Gemeinsam mit weiteren Partnern haben wir den
Verbund „Academic LinkShare“ gegründet, dessen zentrale
Aufgabe darin besteht, die technischen und organisatorischen
Voraussetzungen für die nachhaltige Erschließung von Internetquellen
zu schaffen.
Die Anforderungen bei der Entwicklung des technischen Konzepts des
Erfassungssystems lagen und liegen in der Ergonomie sowie in der
Flexibilität des Erfassungssystems, das sowohl den bibliothekarischen
Erfordernissen als auch den organisationalen Bedürfnissen und
Voraussetzungen der unterschiedlichen Kooperationspartner gerecht
wird. Nur dann findet das System auch auf Dauer die notwendige
Akzeptanz. Zentrale Anforderungen an das Erfassungssystem sind:
- das Erfassungssystem ist einfach zu bedienen
- die Beschreibung der Quellen ist auch ohne bibliothekarische
Vorkenntnisse möglich
- das System kann für die Verwaltung eigener Quellen genutzt werden
- der Einsatz eigener Erschließungsinstrumentarien (z.B. spezieller
Fachthesauri bzw. Klassifikationen) ist möglich
- die problemlose Einbindung der eingebrachten Datensätze in die
eigene Webumgebung ist möglich
Unser Modell des Metadata Sharings hat sich in der Praxis bewährt.
Seit mehr als zwei Jahren ist das System im Betrieb und die Ergebnisse
geben unseren Erwartungen Recht. Bis heute wurden von allen Kooperations-
und Verbundpartnern 108687
Quellen in das System eingebracht. Aktuell arbeiten wir an einer
kompletten Überarbeitung des Systems, das für unsere Kooperationspartner
noch mehr Flexibilität und Komfort bieten wird.
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